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FORTPFLANZUNG

Wenn der Fortpflanzungstrieb sich regt ...

Aus Ihrem „Baby“ wird eines Tages eine erwachsene Katze. Dies geschieht je nach Rasse im Alter zwischen fünf und neun Monaten. Kurzhaarkatzen orientieren sich meist zur unteren Grenze hin, Langhaarige meist zur oberen und darüber.

Bei einer Kätzin kündigt sich die Geschlechtsreife mit allgemeiner Unruhe an, sie zeigt ein gesteigertes Zärtlich-keitsbedürfnis, umtänzelt Sie, reckt das Hinterteil hoch, hat dabei den Schwanz zur Seite gestellt und die Vorderbeine eingeknickt. Sie rollt sich auf dem Boden – was dieser Phase die Bezeichnung „Rolligkeit“ einbrachte. Ihren Trieb nach Fortpflanzung drückt sie anfangs noch mit mehr oder weniger diskretem Gurren aus, das sich mit zunehmender Triebstärke bei manchen Katzenrassen zu unüberhörbarem, klagendem „Gesang“ steigern kann.
Dieser Zustand hält etwa drei bis sieben Tage an und wiederholt sich etwa drei- bis fünfmal jährlich. Kommt es nicht zum Deckakt, so kann sich daraus eine Dauerrolligkeit (ständig wiederkehrend) entwickeln. Die Kätzin wird ruhelos und launisch, frißt schlecht, magert ab und kann sogar Urinmarken setzen, um auf diese Weise einen Kater herbeizulocken. Eine weitere mögliche Folge ist die Gebärmutterentzündung, eine Erkrankung, die sogar zum Tod führen kann.

Ein Kater zeigt das Erwachsenwerden anders an. Sie merken es zuerst beim Reinigen der Katzentoilette. Es riecht unangenehm stark, penetrant. Nach einiger Zeit riecht es aber nicht nur dort, sondern die Geruchsmarken finden sich an Schränken, Türen, Polstermöbeln, also in der gesamten Wohnung. Der Kater wird rastlos und mürrisch, hat mit Schmusen meistens nichts mehr im Sinn, ihn interessiert nur noch, wo er eine Kätzin finden könnte. Oft sehen Sie ihn mit erhobenem, zitterndem Schwanz am Schrank oder an den Gardinen stehen – er spritzt! Damit macht er deutlich, daß er Ihre Wohnung als sein Revier betrachtet, das zu markieren ist, damit etwaige Konkurrenten gebremst, paarungswillige Kätzinnen hingegen angelockt werden. Für menschliche Nasen ist dieser typische Katerduft ein widerlicher Gestank, der auch noch äußerst schwer zu bekämpfen ist.

Um die Lebensqualität wiederherzustellen, ist es unumgänglich, sowohl die Kätzin als auch den Kater kastrieren zu lassen. Dieser relativ leichte Eingriff bedeutet nicht nur für Sie, sondern auch für die Tiere eine enorme Erleichterung. Anders als Menschen empfinden Tiere beim Paarungsakt keine Lust, sie sind nicht „sexuell stimuliert“, sondern rein triebgesteuert und leiden körperliche Qualen, wenn dem Trieb keine Rechnung getragen werden kann. Über den richtigen Zeitpunkt sprechen Sie bitte rechtzeitig mit dem Züchter und Ihrem Tierarzt.




Einige gute Argumente

Noch immer sind viele Menschen dagegen, Ihre heißgeliebten Minitiger den Strapazen einer Kastration auszusetzen. Doch es gibt eine Menge guter Gründe, die dafür sprechen:

Die Kastration nimmt den Tieren weder die Lebensfreude, noch macht sie sie zu mürrischen, an nichts mehr interessierten Geschöpfen. Im Gegenteil: Sie spielen, toben, schnurren, schmusen und freuen sich ihres Lebens wie in unbeschwerten Kindertagen. Auch bei der Kätzin ist es keine gefährliche Operation, sondern ein Routineeingriff.

Kastraten werden nicht fett und träge, sie können das Futter besser verwerten, da sie nicht mehr dem Triebstress unterworfen sind, der Kraft und Kondition kostet. Reduzieren Sie die Futtermenge etwas, und Ihre Katze bleibt rank und schlank.

Bis heute gibt es keine wissenschaftliche Studie, die belegt, daß kastrierte Kater eher zu Harnleiden, besonders zu Harnsteinbildung, neigen, als potente Tiere. Kastrierte Kätzinnen sind auch nicht krankheitsanfälliger. Im Gegenteil, sie sind gesünder, da sie ein stressärmeres Leben führen können, wenn sie nicht den ständigen Hormonschwankungen durch Rolligkeiten unterworfen sind.

Alles spricht für die Kastration: Die Katzen sind gesünder, und sie haben ein schöneres Fell als ihre potenten Artgenossen. Sie sind ausgeglichener, zärtlicher und „ihrem“ Menschen gegenüber meist wesentlich anhänglicher.




Oder doch lieber züchten?

Wenn sie die Katzenzucht zu Ihrem Hobby machen wollen, sollten Sie dies nur mit dem Rat erfahrener Fachleute aus seriösen Verbänden tun. Der 1. DEKZV e.V. bietet Ihnen in ganz Deutschland mit zur Zeit über 60 Verbandsgruppen und Stammtischen ideale Ansprechpartner in Sachen Katze.
Wie jedes Hobby kostet auch die Zucht von Rassekatzen viel Geld, das nur teilweise durch den Verkauf von Jungtieren wieder hereinkommt. Sollten sie allerdings die stille Hoffnung hegen, damit nebenbei ein „bißchen dazu“ zu verdienen, so verabschieden Sie sich schleunigst von diesem Wunsch. Mit der Anschaffung zuchtgeeigneter Tiere, auch wenn sie noch so teuer waren, ist es nämlich bei weitem nicht getan. Einen Zuchtstamm muß man das ganze Jahr über unterhalten, nicht nur die Aufzucht der Jungtiere kostet Geld, sondern auch die Pflege und tierärztliche Betreuung der erwachsenen Tiere sollten Sie mit einkalkulieren.
Ein Katzenpaar sich vermehren lassen hat nichts mit Zucht zu tun. Vorab müssen Sie sich mit der Rasse eng vertraut machen, was am besten im Zusammenleben geschieht. Wenn Sie einige Jahre mit „Ihrer“ Rasse gelebt haben, wissen Sie, wovon Sie reden. Sie haben sich inzwischen einer Gruppe angeschlossen, um mit erfahrenen Züchtern Meinungen auszutauschen, viele Ausstellungen besucht, um Katzen derselben Rasse und Farbe mit Ihrer zu vergleichen. Sie haben anhand der Ausstellungskataloge Vorfahren und vielleicht sogar Geschwister Ihrer Katze ausfindig gemacht und beurteilt. Den Standard (eine genaue Rassebeschreibung der Idealvorstellung der Rasse) können Sie im Schlaf herunterbeten, und sie können einen „guten Typ“ erkennen und definieren. Die notwendigen Genetikkenntnisse bereiten Ihnen keine Schwierigkeiten mehr.
So gerüstet ist Ihnen nun auch klar, daß es mit dem landläufigen „Katzenwerfen“ doch oft gar nicht so einfach ist, daß Geburt und Aufzucht viel Zeit kosten (vielleicht mehr als Sie erübrigen können) mit schlaflosen Nächten und unruhigen Tagen. Wenn Sie immer noch züchten wollen, dann wünschen wir Ihnen viel Freude bei der Aufzucht des kätzischen Nachwuchses und würden uns glücklich schätzen, Sie als seriösen Züchter in unseren Reihen willkommen zu heißen.




 
2012 by IG Ragdoll


 

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